Hausa mach nora

Hausa mach nora

Narrenzunft Furchenrutscher Rechberghausen e. V. Chronik und Zunftbeschreibung

 
Gruppenbild, Dorfhexen, Furchenrutscher, Torhopfer

Die Geburtsstunde der Narrenzunft schlug am " Schmotziga Doschdig " 1986 als  eine bunt zusammengewürfelte Gruppe zum ersten Mal das Rathaus stürmte und dem Bürgermeister die närrischen Leviten verlas. Dabei entstand auch der Narrenruf " Hausa mach nora ", der die Einwohner Rechberghausens für eine aktive Fasnet aufwecken soll.

Die Narrenzunft ist seit 1994 Mitglied im :
Landesverband Württembergischer Karnevalvereine und im Bund Deutscher Karneval sowie seit 1998 Mitglied beim Württembergischen Landessportbund und im Landesverband für Gardetanzsport

 
 

 Der Furchenrutscher

Furchenrutscher

Die Gemeinde Rechberghausen zählte in der Vergangenheit eher zu den armen Gemeinden. Zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert bestand die Bevölkerung zumeist aus Tagelöhnern, die sich in ganz bescheidenem Umfang vor allem nach Feierabend landwirtschaftlich betätigten. So wurde berichtet, dass die armen Leute bzw. Bauern auf den Feldern in der Ackerfurche herumrutschten, um dort nach liegengebliebenen, essbaren Feldfrüchten zu suchen.
Durch diese Begebenheit entstand der Name " Furchenrutscher " , welcher seitdem als Necknamen für die Rechberghausener Bevölkerung verwendet wird.
Der Furchenrutscher trägt einen, mit vorwiegend braun gemusterten Stoffresten geflickten blauen Bauernkittel mit dazugehöriger schwarz ausgebeulter Hose. Er trägt ein derbes Schuhwerk. Die hölzerne Halbmaske mit tiefen Gesichtsfurchen wird von halblangen, braunen Haaren und einer Schildmütze geziert.
Ein Lumpensack oder eine Lumpentasche, der Knotenstock, schwarze Handschuhe sowie Rechen und Dreschschlegel sind seine weiteren Utensilien.

 

Die Dorfhexe

DorfhexenWie sich aus der Ortschronik ergibt, wurde im Jahr 1598 in Rechberghausen eine Frau der Hexerei beschuldigt und zum Tode verurteilt. Obwohl die Gemeinde Rechberghausen schon sehr früh das Hochgericht bzw. der Blutbann zustand, hat der damalige Herr von Rechberghausen, Graf Haug Erkinger das Todesurteil in Rechberghausen nicht vollstreckt. Vielmehr ließ er die Hexe zu seinem Bruder Caspar Bernhard in das benachbarte Donzdorf bringen, wo die Hexe dann verbrannt worden ist. Das Holz für die Verbrennung stammte jedoch aus Rechberghausen. Aus der Ortschronik lässt sich nicht entnehmen, aus welchen Gründen die Hinrichtung der Hexe in Rechberghausen nicht stattgefunden hat. Einiges spricht dafür, dass kein geeigneter Ort zur Vollstreckung des Urteils vorhanden war. Auch wird vermutet, dass der Graf Haug Erkinger, der eher als sensibler und feinfühliger Mensch angesehen worden ist, es sich nicht zutraute, die Vollstreckung durchzuführen.
Das Häs der Dorfhexe orientiert sich an den im Ortswappen vorkommenden Farben. Der rote Rock hat die Farbe des Rehbocks und das grüne Kopftuch spiegelt die zweite Hauptfarbe nach weiß im Ortswappen wieder. Die schwarze Bluse ist mit kleinen weißen Verzierungen bedruckt. Die spitzenbesetzte Unterhose ist weiß. Die Strümpfe sind weiß-grün geringelt. Die Gestaltung der Schürze ist farbenfroh und bei jeder Hexe anders. Die Hexe trägt dunkles und derbes Schuhwerk. Bei der Gestaltung der Maske wurde bewusst darauf Wert gelegt, dass die Gesichtszüge eher freundlich sind und nicht von vornherein Angst und Furcht verbreiten. Die Hexe trägt langes, teilweise bis zur Hüfte reichendes Haar. Der Hexenbesen sowie dunkelgrüne Handschuhe sind obligatorisch.

 

Der Torhopfer

TorhopferSchon im frühen Mittelalter bestand die Gemeinde Rechberghausen aus mehreren Siedlungsteilen. Es gab eine Zweigeteiltheit von Dorf und Städtchen. Das Städtchen war zum See hinunter durch seine Hanglage geschützt.
Nach den anderen Richtungen gewährten drei Tore und ein Stadtgraben etwas Schutz. Das obere Tor ist heute noch erhalten. Der Torhopfer symbolisiert dieses obere Tor. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist heute noch das einzige im Landkreis Göppingen erhaltene Stadttor.
Das Häs des Torhopfers wird durch das Fachwerk des oberen Tors beherrscht. Das ockerfarbene Fachwerk ist auf einen hellbeigen Grundstoff aufgenäht. Die Jacke und die Hose sind durch aufgenähte Blumen farblich aufgelockert. Das Gesicht des Torhopfers ist freundlich und verschmitzt. Die Maskenhaube ist mit roten Ziegeln geschmückt und erinnert an das Dach des oberen Tors. An einem ledernen Schultergurt, welcher sich über Brust und Rücken verteilt, sind kupferne Schellen angebracht, die beim rhytmischen Springen der Torhopfer im Takt erklingen.
Er trägt schwarze halbhohe Schuhe und beigefarbene Handschuhe. Zu  seinen weiteren Utensilien gehört ein Stock, welcher mit einer oder mehreren Saublodern geschmückt ist.

 

Die Tanzgarden der Narrenzunft Furchenrutscher

LollipopsSchon bald nach der Gründung der Narrenzunft mit ihren drei verschiedenen Hästrägergruppen wurde der Wunsch nach einer Tanzgarde und der damit erhofften Jugendarbeit immer größer. Anfänglich sollte die Tanzgarde vornehmlich das Rechberghäuser Grafenpaar bei seinen zahlreichen Auftritten begleiten, um so noch  eindrucksvoller die Heimatgeschichte von Rechberghausen zu dokumentieren. Dies war die Geburtsstunde des Gardetanzsports im Jahr 1992. Die Tanzgarden sind fester Bestandteil des Vereins und nicht mehr wegzudenkende Repräsentanten der Narrenzunft Furchenrutscher. 
Bei der Gestaltung der Kostüme für die Schlossgarde (Aktive) wurde besonders darauf geachtet, dass sich diese hinsichtlich der verwendeten Stoffe (vorwiegend Samt) als auch in ihrem Erscheinungsbild sehr stark an die Gewänder des Grafenpaars anlehnen. Die Kostüme der Blau-Weißen-Rutscher (Juniorengarde) und die Schautanzkostüme der Lolli-Pops (Jugendgarde) tragen hingegen deutlich die Handschrift des Karnevals. Welche Faszination eine Tanzgarde verbreiten kann, war an dem stetigen Anwachsen der Mitgliederzahlen im Gardebereich erkennbar. So umfasst der Gardekader derzeit 40 Mädchen. Nicht wenige der Gardemädchen haben sich  von der Jugendgarde bis zur Schlossgarde hochgearbeitet und sind auch schon in ein Häs geschlüpft.    

Blau-Weißen-Rutscher.SchlossgardeBlau-Weißen-RutscherGruppenbild

 

 

 

Grafenpaar der Narrenzunft Furchenrutscher

Die Gemeinde Rechberghausen wurde im Jahr 1575 vom
Grafen Haug Erkinger und seiner Gemahlin der Gräfin
Susanne von Welden regiert. In Anlehnung an dieses historische Ereignis wird zu Beginn jeder Kampagne ein neues Grafenpaar in Rechberghausen in Amt und Würden gesetzt. Die Gewänder des Grafenpaars sind der damaligen Modeepoche angepasst. Es handelt sich im wesentlichen Sinne um eine historische Brauchtumsgruppe, die mit den sonst üblichen Prinzenpaaren im LWK-Bereich vergleichbar ist. Aus diesem Grund wird das Grafenpaar immer mit dem Namen Haug Erkinger und Susanne von Welden der Öffentlichkeit vorgestellt.



 
 
 
 
 
 
 

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